Die chinesischen Kampfkünste – ein kurzer Exkurs

Für die chinesischen Kampfkünste gibt es viele Bezeichnungen. Am meisten verbreitet - zumindest in der westlichen Welt - ist der Name Kung-Fu, was frei übersetzt so viel heisst wie etwas durch harte Arbeit erreichen. Es gibt auch die Bezeichnung Gongfu, welches eine modernere Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste darstellt, und mit Zeit, Mühe oder Kraft zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit übersetzt werden kann.
Kung-Fu bzw. Gongfu werden in China aber relativ wenig benutzt, da sie dem kantonesischen Sprachraum entstammen. Weil aber zuallererst überwiegend kantonesisch sprechende Chinesen nach Amerika auswanderten, hat sich schliesslich diese Bezeichnung bei uns etabliert. In China bevorzugt man heute die Bezeichnung Wushu oder Quanfa.

Wushu

Wushu heisst soviel wie militärische Künste bzw. Kriegskünste und war früher der Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste. Heute ist es eine Bezeichnung für ein von der kommunistischen Regierung Chinas gegründetes Kampfkunstkonzept für Show-Darbietungen.

In den 50er Jahren rief die Sportkommission von China bekannte Experten des Gongfu nach Peking, die aus den populärsten traditionellen Stilen eine einzige Kunst namens Wushu machen sollten. Die traditionellen kämpferischen Aspekte sollten dabei auf ein Minimum reduziert werden. Dafür sind die meisten Formen sehr akrobatisch, werden aber von den traditionellen Gongfu-Lehrern nicht als Kampfkunst im eigentlichen Sinne anerkannt. Das Wushu wird von der chinesischen Regierung heute in drei Aspekten klassifiziert und gefördert: 1. als sportlicher Wettkampf, 2. als Demonstration und 3. als Freikampf.

Methoden

Quanfa kann mit Gesetze der Kampfkünste oder Regeln der Kampfkünste übersetzt werden.
Anders als in Japan, wo die Kampfkunststile fest definierte Methoden des Kämpfens beinhalten, bestehen die chinesischen Kampfkünste immer aus allen Methoden des Kämpfens. Man kann diese Methoden wie folgt unterteilen:

1. Da (schlagen), beeinflusste das Karate
2. Ti (treten), beeinflusste das Karate
3. Shuai (ringen), beeinflusste das Judo
4. Qinna (hebeln), beeinflusste das Jujutsu

Tradition

Die erste Erwähnung einer chinesischen Kampfkunst stammt aus dem Jahre 2600 v. Chr. Aus einem überlieferten Bericht geht hervor, dass der Gelbe Kaiser während einer Schlacht die ersten Kampfbewegungen ausführte. Die Kampfkunst entwickelte sich während Jahrhunderten weiter und spaltete sich während der Ming-Dynastie in eine innere, weiche Schule (Neijia) und eine äussere, harte Schule (Waijia) auf. Die chinesischen Stile beeinflussten ganze Kampfsysteme anderer Länder und Kulturen. Allein in China zählt man heute ca. 126 verschiedene, wichtige Kampfkunstsysteme.

Als China Ende des 19. Jahrhunderts im Opiumkrieg gegen England unterlag, verloren die Chinesen ihr Vertrauen in ihre alte Kultur. Sie begannen, sich an ihren westlichen Vorbildern zu orientieren während Pistolen und Gewehre zunehmend in Mode kamen. Nach dem Fall des letzten chinesischen Kaisers wurden die Kampfkünste allmählich wieder beliebter und viele bis anhin geheime Systeme wurden wieder öffentlich unterrichtet. Unter Präsident Chiang Kai Shek wurde der alte Name Wushu durch den Begriff Guoshu (Landeskünste) ersetzt, und es wurde versucht, alle Kampfkünste unter der Schirmherrschaft der Regierung zusammenzuführen.

Doch der zweite Chinesisch-Japanische Krieg von 1937 und der Sieg der Kommunisten 1945 unterbrach diese Anstrengungen. Später erinnerte man sich wieder an das alte Wushu, doch unter der kommunistischen Regierung entwickelte es sich zu einem akrobatischen Sport, frei von allen traditionellen, tieferen Hintergründen und ohne Kampfkraft. Die Kampfübungen wurden nicht mehr weitergegeben, nur noch die Vorführform wurde geübt. Die Formen wurden wieder geändert, sie wurden akrobatischer und Stile wurden vermischt. Die neu entwickelten Techniken sollten vor allem optisch wirken. Viele Gelehrte und Kampfkunstmeister flohen vor den Kommunisten nach Taiwan, wo sich die chinesischen Künste weiter frei entwickeln konnten. Taiwan gilt, zusammen mit der Quanfa-Ableger-Insel Okinawa (Japan), als das stärkste Ballungsgebiet für klassisches Quanfa in der Welt.

 

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