Projektwoche

„Wir“ sind eine Gruppe von 24 Schülerinnen und Schüler der Realschule Steffisburg und ich als ihr Lehrer. Voller Erwartungen, manche auch etwas ängstlich, einige voller überbordender Energie, warteten wir am Dienstag Morgen auf den Beginn der Projektwoche. „Wir“ sind eine Gruppe von 24 Schülerinnen und Schüler der Realschule Steffisburg und ich als ihr Lehrer.

Die Projektwoche findet jedes Jahr statt. Jede Lehrkraft bietet ein Thema an. Unter allen Themen können die Schülerinnen und Schüler drei ihnen zusagende Themen auswählen. Danach werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Wahl auf die verschiedenen Themen verteilt. Mit diesem Verfahren nimmt jede Schülerin/jeder Schüler an einem Thema teil, welches sie/er selbst gewählt hat.

Dieses Jahr konnte ich das Thema

Chin-Woo-Kung-Fu anbieten. Ich hatte das Glück, dass ich schon früh „Wädi“ Walter Borter dafür gewinnen konnte. Ich selbst konnte zum Thema nicht viel beitragen, da ich (noch) nicht mittrainiere. So war ich selbst Teilnehmer und nicht Leiter. Dies erleichterte mir natürlich Vieles und ich konnte einmal die Schülerinnen und Schüler etwas aus einer anderen Perspektive wahrnehmen!

Die Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr unterschiedlich. Dies wurde nach einer ersten Befragung klar. „Ich will vor allem Selbstverteidigung lernen“; „Ich möchte mit Messern kämpfen“; „Ich möchte einfach kämpfen“; so und ähnlich lauteten die Antworten.

So unterschiedlich die Erwartungen waren, so unterschiedlich waren auch die Vorkenntnisse. Die beruhten fast ausschliesslich auf Bruce Lee, Jackie Chan und ähnlichen Kung-Fu-Filmen. Jeder sah sich bereits durch die Lüfte segeln und irgendwelche Kampfschreie ausstossen. All diese Erwartungen und Hoffnungen mit den schülereigenen Fähigkeiten zu vereinbaren, war nun glücklicherweise einmal nicht meine Aufgabe!

Lektion 1. Morgen

Noch etwas ungelenk, hier und dort Mühe mit links und rechts, wärmten wir uns auf. Schon bald verstummten die Gespräche und die ersten Schweissperlen kullerten in die Augen.

Im weiteren Verlauf des Morgens kristallisierten sich die genau gleichen Schwierigkeiten heraus, mit denen ich mich im „normalen“ Unterricht auch auseinanderzusetzen und zu kämpfen habe:

- Üben heisst mehr als einmal eine Übung wiederholen.
- Selbständiges Üben sollte auch ohne ständige Kontrolle funktionieren.
- Pünktliches Anfangen heisst nicht 2 Minuten später hereinzutrudeln und dabei noch schwatzen.

In der ganzen zusammengewürfelten Gruppe musste sich jede/jeder seine/ihre Stellung oder seinen „Ruf“ verteidigen. Dies führte dann zu dem Spielchen: Wer ist hier der Chef ? Mit Wädi hatten sie sich natürlich einen übermächtigen Gegner ausgesucht! So lief der eine oder die andere schon einmal in einen zünftigen „Hammer“!

Zuerst erschraken sie, weil sie von der Schule und wahrscheinlich von zuhause ein solches Vorgehen nicht gewohnt sind. Bald lernten die Ersten, dass ihr Verhalten eben auch Konsequenzen nach sich zieht.

Leitplanken

Diese „Leitplanken“, die während der ganzen Woche von allen Leitern konsequent angewendet wurden, führten schon bald zu einem verbesserten Verhalten und zu einer angenehmen Atmosphäre. Die Gruppe als solche begann zu funktionieren, keiner hatte irgendwelche Vorrechte. Versuchte sich doch jemand diese herauszunehmen, wurde sie oder er von der Gruppe zurechtgewiesen. Jeder lernte, sein Verhalten besser zu kontrollieren.

Dadurch wurden Schülerinnen und Schüler, die mir in der Schule als besondere „Problemfälle“ in ihrem Verhalten aufgefallen waren, plötzlich zu angenehmen, mitdenkenden und mitreissenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch für mich eine sehr positive Erfahrung! Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass nicht ich als ihr Lehrer vor ihnen stand und sie forderte, sie anstachelte oder bei Fehlverhalten auch massregelte. Es war eben jemand ausserhalb der Schulstruktur.

Für mich zeigt dieses Verhalten auch, dass mit einem regelmässigen Training mit ausgebildeten Chin-Woo-Trainern neben den Muskeln eben auch das Sozialverhalten angemessen trainiert wird. Die Achtung voreinander, der Respekt gegenüber einem „Vorgesetzten“ wird auf angenehme Weise gefördert.

Diese Projektwoche blieb uns allen in sehr angenehmer Erinnerung. Ich höre jetzt oft auf dem Pausenplatz Schülerinnen und Schüler irgendwelche „Stories“ aus dieser Woche erzählen.

Ich möchte hier auch noch einmal Wädi und allen seinen Helfern ganz herzlich danken für die intensive, lehrreiche Woche. Ich durfte sehr viel Positives mitnehmen und nebenbei auch noch etwas für meine körperliche Fitness tun.

Merci viel Mal.

 

zurück zum Blog

 

Kontakt

EnergieOase® & Chin-Woo
Aumattweg 66
3613 Steffisburg bei Thun

 033 520 75 00
 info@energieoase.ch

 

Standorte

Erlebe chinesische Kampfkunst in:

☆ Steffisburg
☆ Bern
☆ Burgdorf
☆ Schmitten
☆ Spiez

 

Über uns

Impressum
Datenschutz
Kontaktformular
AGB

Social Media & App